Die astrologischen Aspekte

Astrologische Aspekte sind bestimmte Winkelbeziehungen der Planeten untereinander. Sie zeigen die gegenseitige Beeinflussung und wechselseitige Beziehung zwischen zwei oder mehr Planetenprinzipien.

Die Aspekte geben Aufschluss über die Qualität der Verbindung zweier oder mehr Planeten, die als Herausforderung, Chance, Talent oder Sensitivität angesehen werden kann. Es gibt keine "guten" oder "schlechten" Aspekte.

Die Gesamtheit aller Aspekte in einem Horoskop ergibt das Aspektbild, die tiefliegende, unbewusste Lebensgrundmotivation. Aspekte dürfen nicht isoliert betrachtet werden, sondern wir müssen immer die gesamte Figur miteinbeziehen. Einzelne Aspekte werden nur dann gedeutet, wenn sie vom gesamten Aspektbild losgelöst sind.

 

Aspektfarben

Damit das Aspektbild auch mit unseren Sinnen erfassbar wird, zeichnen wir die verschiedenen Aspektarten in vier Farbtönen, die farbpsychologisch begründet sind:

Gradabstand Aspektname Farbe Beschreibung Kreuzqualität
Eigenschaft
Konjunktion
orange
kontaktintensiv, unmittelbar, bindend    
90° + 180°
Quadrat und Opposition
rot
aktiv, gespannt, leistungsorientiert
kardinal
Energieaspekte, die zum Tun auffordern
60° + 120°
Sextil und Trigon
blau
ruhend, entspannt, harmonieorientiert
fix
Substanzaspekte, die festigen und Form geben
30° + 150°
Halbsextil und Quincunx
grün
beweglich, informativ-suchend, unentschieden
veränderlich
Bewusstseinsaspekte, sensitiv, in Frage stellend

 

Orbes - Aspektumräume

Die Planeten haben, je nach Aspekt, verschiedene Orbes, d.h. verschiedene Wirkungsräume.

Sonne und Mond bilden z.B. in einem Umkreis von +/- 9° eine Konjunktion oder Opposition (=> der Gradabstand von Sonne oder Mond zum anderen Planeten kann also bis maximal zwischen 171° und 189° liegen); Mars und Saturn bilden nur in einem Umkreis von +/- 6° eine Konjunktion oder Opposition.

Der aufsteigende Mondknoten hat keinen eigenen Orb, er übernimmt den des aspektierenden Planeten.

Orb-Tabelle für Huber-Aspekte:

 
Konjunktion
Opposition
Trigon Quadrat Sextil
Quincunx
Halbsextil
Sonne, Mond
Merkur, Venus, Jupiter
Mars, Saturn
1,5°
Uranus, Neptun, Pluto


Einseitige Aspekte

entstehen, wenn z.B. der Mond auf 26° Löwe und der Uranus auf 20° Widder stehen: die Distanz beträgt 6° zum exakten Trigon-Aspekt. Der Mond bildet einen Aspekt zu Uranus (der Mond-Orb für das Trigon ist 8°), jedoch hat der Uranus keinen Aspekt mehr zum Mond, denn er hat für das Trigon nur einen Orb von 4°, jedoch wären 6° notwendig.

Dieses Trigon wird nun in das Horoskop zur Hälfte gestrichelt eingezeichnet (vom Mond als durchgehender Strich, vom Uranus aus als unterbrochene Linien) und kennzeichnet einen einseitigen oder auch "Einweg-Aspekt".

Der Mond kann in diesem Fall Uranus anreizen, umgekehrt kann aber Uranus nicht den Mond reizen. Es handelt sich sozusagen um eine Einbahnstraße, der Energiefluss ist einseitig, verläuft nur in eine Richtung.

Durch Entwicklung und Bewusstwerdung ist ein Rückfluss der Energie (vom Uranus zum Mond) jedoch möglich.

 

Die einzelnen Aspekte

Aspekt-Graphik

Konjunktion - 0°

Keim, Talent, Verkettung der Komponenten. Innere Spannung (meist unbewusst)

Zusammenballung, Verdoppelung, Verstärkung der beteiligten Planetenkräfte, dadurch Kraftempfindung. Neigung zu Ich-Haftigkeit, da es zu keiner Differenzierung zwischen den Planeten kommt, sie erscheinen als eine Einheit. Potenz, in der alles schlummert, die aber Hilfe von außen braucht, d.h. durch weitere Aspekte angezündet werden muss.

Quadrat - 90°

Spannungs-Entladung, Kraft, Leistung, Reibung, Stress oder Aggressions-Neigung.

Leistungsorientiert. Übersteigerungen der verbundenen Planetenkräfte, erkennbar an inneren und äußeren Konflikten, Spannungen oder Widerständen. Die Prinzipien erscheinen unvereinbar. Bewusstseinsprozesse entstehen durch aktive, tatkräftige und energische Auseinandersetzung mit dem Konflikt.

Opposition - 180°

Energie-Sperrung, Druck, Starre, Verdrängungs-Neigung (Kompensation über seitliche Aspekte)

Sperr- und Spannungsaspekt; Blockierung oder auch Hin- und Herschwanken von einem Planeten-Pol zum anderen: der eine Planet wird stark erlebt und der andere gleichzeitig negiert bzw. an die Umwelt delegiert. Dann kehrt sich die Situation wieder um. Entweder-Oder-Denken, Schwarz-Weiß-Haltung, Kompromisslosigkeit. Neigung zur Verdrängung bzw. Kompensation der oft unerträglichen inneren Spannungen. Die beiden Polen sollten sich idealerweise ergänzen, einen Antagonismus bilden, ein Sowohl-Als-Auch.

Halbsextil - 30°

"Kleiner Denkschritt", informativ (erkennen - vermitteln), Sachlichkeit, Desinteresse

Lernbegierde. Wissen und Informationen in der Umwelt sammeln, kombinieren und weitergeben. Neugierde. Nervosität. Die verbundenen Planeten sammeln ständig Informationen in der Umwelt (Wissensdurst, neugierig). Es wird versucht, eine Übersicht zu gewinnen, seine Chancen in der Welt abzuwägen.

Quincunx - 150°

"Großer Denkschritt", willensbildend. Herausforderung, Sehnsucht, Projektions-Neigung

Sich nach etwas ausstrecken bzw. zu etwas tendieren, von dem ich weiß, dass Zeit und/oder Raum mich noch davon trennen. Verschwommene Ziele, Hoffnungen, Luftschlösser bauen. Ständige Entscheidungskrisen, die dazu herausfordern, sich für etwas zu entscheiden, eine Auswahl zu treffen, etwas wirklich zu wollen.

Sextil - 60°

Wachstum, Assimilation, Harmonie-Streben, Konflikt-Angst, Kompromiss-Neigung

Verlangen nach Harmonie, Komfort und Frieden, wofür die beteiligten Planetenfähigkeiten sich anpassen und Kompromisse eingehen. Aufnahme dessen in der Umwelt, was mir gemäß ist, was zu mir passt. Die verbundenen Planeten zeigen ein wachsendes Talent an.

Trigon - 120°

Fülle, Frucht, Perfektionierung (auch Perfektionszwang), sinnliche Freude, Genuss oder Suchtneigung

Die Planeten bilden ein voll ausgereiftes Talent, das aber entdeckt und gefördert werden muss, um in seinen Genuss zu kommen (latente Substanzen). Die beteiligten Planetenkräfte sind vollkommen ausgewogen und bringen Fülle und Ruhe. Man strebt nicht mehr weiter sondern genießt den (scheinbar) perfekten, harmonischen Zustand.

 

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12.11.2006